
Im Kreuzgang des Paderborner Domes ist ein wunderschönes Fenster mit drei Hasen zu sehen – ein bekanntes Symbol für die Dreieinigkeit. Seit der Zeit des Kirchenvaters Ambrosius, der im 4. Jahrhundert in Mailand Bischof war, ist der Hase ein Auferstehungssymbol. An einer Stelle in der Bibel, dem Psalm 104, Vers 18 wurde früher von Hasen gesprochen. Grund dafür war die lateinische Übersetzung aus dem biblischen Buch der Sprüche Kapitel 30, Vers 26 in der Hieronymus das hebräische „schafan“ für Klippschliefer, einem Klippdachs, mit „lepusculus“ dem kleinen Hasen übersetzte. Auch Luther tat dies, obwohl beide gut das Hebräische kannten. Aber der Klippdachs war in Europa nicht so verbreitet und bekannt, also wählten sie ein anderes Wort, den Hasen. Der schwache Mensch wurde dann später in der christlichen Kunst durch den Hasen symbolisiert, der sich im Felsen, der das Symbol für Christus war, versteckt. So entstand in der christlichen Bildkunst die Verwendung des Symbols des Hasen.
Hat dieses Symbol etwas mit dem Osterhasen zu tun? Und was hat es mit den Ostereiern auf sich? Der Osterhase malt im Volksbrauchtum zu Ostern Eier und versteckt sie im Garten, wo dann die Ostereier am Morgen des Ostersonntags von den Kindern gesucht werden
Der Hase war früher auch das Symbol für Fruchtbarkeit im Frühling, und vielleicht entstand mit diesem Glauben auch das Symbol der Ostereier.
Doch die Verbindung des christlichen Osterfestes mit dem Osterei gibt es in verschiedenen Ländern seit alter Zeit. Einige frühe bemalte Ostereier zeigen das Dreihasenbild, wie wir es im Paderborner Domkreuzgang als Symbol der Dreieinigkeit Gottes finden. Vielleicht kommt von dieser Darstellung auf den Eiern die Geschichte vom Hasen, der die Eier bemalt und versteckt. Der evangelische Christ Georg Franck beschrieb 1682 in der Schrift Satyrae den Volksbrauch des Versteckens der Ostereier für Kinder und den Osterhasen in protestantischen Gebieten im Elsass und der Pfalz.
Doch schon die frühen Christen im Zweistromland im Irak bemalten Eier rot. So erinnerten sie an das bei der Kreuzigung vergossene Blut Christi. Und in Armenien, wo der Bischof von Sebaste, der Heilige Blasius, lebte, wurden in den ersten Jahrhunderten des Christentums Eier zu Ostern verschenkt. Auch die Färbung der Eier hat ihren Ursprung dort. Die katholische Kirche führte später die Benedictio ovorum, die Segnung von Eiern, ein. Und es war ein Symbol für die Auferstehung. So betete der Priester in der Ostermesse: „Segne, Herr, wir bitten dich, diese Eier, die du geschaffen hast, auf dass sie eine bekömmliche Nahrung für deine gläubigen Diener werden, die sie in Dankbarkeit und in Erinnerung an die Auferstehung des Herrn zu sich nehmen.“
In der Bruder FirminusKlause gestalten wir den Speiseraum auch an Ostern mit grünen Osterzweigen und bemalten Ostereiern und verteilen Osterhasen und Ostereier an unsere Gäste. Und kochen ein gutes Ostermahl, mit Nachtisch und vielem mehr. Etwa 200 arme Menschen kommen täglich und werden gut verköstigt. Durch die Spende vieler Unterstützer ist das nur möglich, denn öffentliche Gelder erhalten wir nicht.
So wünschen wir Ihnen ein gutes Osterfest und eine gute Osterzeit!
