30 Jahre Bruder FirminusKlause – Ein Ort der Begegnung und der gelebten Nächstenliebe

Am 6. Dezember 1996 begann in Düsseldorf die Geschichte der Bruder FirminusKlause, der Suppenküche der Franziskaner. Was damals als konkrete Hilfe für Menschen in schwierigen Lebenssituationen seinen Anfang nahm, ist inzwischen zu einem festen Ort der Begegnung, der Solidarität und der gelebten Nächstenliebe geworden.

Die Anfänge – Hilfe an der KlosterpforteBruder FirminusKlause Jubiläum

Die Geschichte dieser Hilfe reicht allerdings weit über die Gründung der FirminusKlause hinaus. Seit mehr als 100 Jahren versorgten die Düsseldorfer Franziskaner arme Menschen mit belegten Broten an der Klosterpforte des Franziskanerklosters in der Klosterstraße und später in der Immermannstraße. Auch Bruder Firminus Wickenhäuser fühlte sich diesen Menschen in besonderer Weise verbunden. Von seinem eigenen Essen legte er das Beste zur Seite und gab es an der Klosterpforte an Bedürftige weiter. Sein Name wurde später zum Namensgeber für einen Ort, an dem diese Tradition der franziskanischen Solidarität bis heute lebendig ist.

Seit 1981 gab es regelmäßig einmal im Monat eine „Offene Tür“ für obdachlose Menschen in Düsseldorf. Zunächst fand sie im Elisabethsaal des Franziskanerklosters statt, später im Mariensaal. Die dazu gegründete Initiative „Freunde von der Straße“ wurde von den Armen Brüdern des heiligen Franziskus, den Franziskanern und Ordensfrauen gemeinsam mit vielen weiteren ehrenamtlich Engagierten getragen. Aus dieser Initiative entstand für eine Zeit auch eine Notschlafstelle für obdachlose Menschen im Klostergarten der Franziskaner. Sie wurde in Zusammenarbeit mit den Armen Brüdern des heiligen Franziskus eingerichtet, die das Caritasheim am Rather Broich betreiben. Heute wird deren Arbeit von der Stiftung „Franzfreunde“ fortgeführt, die weitere Notschlafstellen für obdachlose Menschen in Düsseldorf leitet und mit der FirminusKlause eng zusammenarbeitet.

Die Gründung der Bruder FirminusKlause

Bruder Maximilian Diedershagen gab über viele Jahrzehnte an der Klosterpforte Brote an arme Menschen aus. Sein Neffe, der Franziskanerbruder Klaus-Dieter Diedershagen, führte diesen Dienst fort. Am 6. Dezember 1996 eröffnete er schließlich die Bruder FirminusKlause im Klostergarten an der Immermannstraße. Damit erhielt die langjährige Tradition der Hilfe einen besseren Ort. Menschen, die arm, wohnungslos oder in einer schwierigen Lebenssituation waren, fanden hier nicht nur Essen, sondern auch einen Ort, an dem sie angenommen und willkommen waren. Einige Jahre wurde die FirminusKlause gemeinsam mit dem von Bruder Peter Amendt und Bruder Klaus-Dieter Diedershagen im Jahr 2005 gegründeten Verein „vision: teilen e.V.“ getragen, bis der Verein ein neues Domizil und Betätigungsfeld fand. Es ist ein selbständiger Verein, der heute den „Gutenachtbus“ als mobile Hilfe für obdachlose Menschen fortführt. Auch die „Medizinische Hilfe für Wohnungslose Düsseldorf e. V.“ war über viele Jahre bei der FirminusKlause tätig. Sie betreute die Gäste der FirminusKlause und viele weitere arme Menschen im Klostergarten medizinisch. Von Anfang an war die FirminusKlause zugleich auf die tatkräftige Unterstützung zahlreicher ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer angewiesen. Sie engagierten sich nicht nur bei der Essensausgabe, sondern führten im Klostergarten auch eine Kleiderkammer, in der den Gästen kostenlos gute Kleidung zur Verfügung gestellt wurde. Darüber hinaus standen dort auch Duschmöglichkeiten für die Gäste zur Verfügung.

Mehr als eine warme Mahlzeit

In den vergangenen drei Jahrzehnten hat sich die FirminusKlause weiterentwickelt, ohne ihren ursprünglichen Auftrag zu verlieren. Jeden Tag erhalten hier Menschen nicht nur eine warme Mahlzeit und konkrete Hilfe. Sie erfahren ebenso Aufmerksamkeit, Respekt und menschliche Nähe. Sie kommen mit ganz unterschiedlichen Lebensgeschichten, Erfahrungen und persönlichen Hintergründen. In der FirminusKlause sind sie nicht einfach „Hilfsbedürftige“. Sie sind Menschen, die willkommen sind. Genau darin liegt die besondere Bedeutung dieses Ortes. Hilfe bedeutet hier nicht nur, etwas zu geben. Hilfe bedeutet auch, zuzuhören, einem Menschen Zeit zu schenken, ihn wahrzunehmen und ihm seine Würde zu lassen.

Ein franziskanischer Auftrag

Dreißig Jahre FirminusKlause bedeuten deshalb weit mehr als drei Jahrzehnte Essensausgabe. Sie stehen für eine franziskanische Haltung: Die Menschen am Rand sind unsere Schwestern und Brüder. Die Sorge um die Armen und Ausgegrenzten gehört zum Kern franziskanischer Spiritualität. Die FirminusKlause macht diese Haltung im täglichen Handeln sichtbar.

Ein neuer Ort – derselbe Auftrag

Im Laufe der Jahre wurde die FirminusKlause von verschiedenen Brüdern geleitet und begleitet. Bruder Antonius Schütze übernahm viele Jahre von Bruder Klaus-Dieter die Leitung der Einrichtung. Vor zehn Jahren erfolgte der nächste wichtige Schritt: Die FirminusKlause zog im Jahr 2015 zunächst an den Bertha-von-Suttner-Platz und anschließend an ihren heutigen Standort neben der Marienkirche in der Oststraße 40. Dort stellt die Pfarrgemeinde Sankt Lambertus uns die Räume der FirminusKlause seitdem mietfrei zur Verfügung. Pater Athanasius Spies und Wolfgang Schütze führten die FirminusKlause dort weiter und sorgten dafür, dass ihr Auftrag auch am neuen Standort fortgesetzt werden konnte. Im Jahr 2022 übernahm Bruder Jürgen Neitzert die Leitung. Er hatte bereits die Initiative „Freunde von der Straße“ mitbegründet und brachte damit eine lange Erfahrung in der Arbeit mit Menschen am Rand der Gesellschaft mit. Der Ort hat sich verändert, die Menschen, die Verantwortung tragen, haben gewechselt – der Auftrag ist derselbe geblieben: Menschen in Not nicht allein zu lassen.

Bruder FirminusKlause Jubiläum

Dank an alle, die diesen Ort tragen

Dass die FirminusKlause bis heute bestehen und ihre Arbeit fortsetzen kann, ist vielen Menschen zu verdanken. Unser Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den zahlreichen ehrenamtlich Engagierten, den Franziskanern, den Unterstützerinnen und Unterstützern sowie den Spenderinnen und Spendern. Ihnen allen ist es zu verdanken, dass aus einer einfachen Idee ein Ort geworden ist, der seit drei Jahrzehnten Menschen Halt, Hilfe und Gemeinschaft bietet. Und unser Dank gilt nicht zuletzt den Menschen, die täglich zur FirminusKlause kommen. Auch sie prägen diesen Ort. Durch ihre Geschichten, ihre Begegnungen und ihre Lebenswege wird die FirminusKlause ein Ort menschlicher Begegnung.

Dreißig Jahre – und ein Auftrag für die Zukunft

Dreißig Jahre Bruder FirminusKlause – das sind dreißig Jahre gelebte Solidarität, Barmherzigkeit und franziskanische Nächstenliebe durch viele haupt- und ehrenamtlich Engagierte. Möge die Bruder FirminusKlause auch in Zukunft ein solcher Ort bleiben: ein Ort, an dem Menschen willkommen sind, an dem ihnen mit Respekt begegnet wird. Denn eine Gesellschaft wird auch daran erkennbar, wie sie mit den Menschen umgeht, die am Rand stehen. Möge die FirminusKlause deshalb auch in den kommenden Jahren ein sichtbares Zeichen dafür sein, dass franziskanische Nächstenliebe lebendig ist – mitten in Düsseldorf, mitten unter den Menschen und mitten im Leben.

Jubiläumsfeier – 30 Jahre FirminusKlause

Am Samstag, 5. Dezember 2026 feiern wir aus Anlass des Jubiläums um 17.00 Uhr eine Heilige Messe in der Marienkirche, direkt neben der FirminusKlause,
Oststraße 40, 40211 Düsseldorf.
Der Apollo-Chor wird die Messe musikalisch gestalten. Anschließend laden wir alle herzlich zu einer Begegnung in die FirminusKlause ein. Heiße Getränke und Snacks werden dort serviert.

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